Tarifvertrag metall bw kurzarbeit

Neben dem Pilotvertrag für die Metall- und Elektroindustrie im Südwesten Deutschlands haben Arbeitgeber und IG Metall auch einen Branchentarifvertrag für Leiharbeitnehmer in der gesamten deutschen Elektro- und Metallindustrie ausgehandelt. Die jüngste Vereinbarung von IG Metall und VGZ führte zu einer Lohnanpassung der Leiharbeitnehmer in der Metallindustrie. Um die Lohnunterschiede zwischen Festangestellten und Leiharbeitnehmern so gering wie möglich zu halten, werden Leiharbeitnehmer zuzuschlägen. Diese Zuschläge steigen mit der Dauer des Aufenthalts der Arbeitnehmer in den Betrieben. Nur wenige Tage später wurde auch ein weiterer Tarifvertrag unterzeichnet, diesmal für Leiharbeitnehmer in der Branche. Rechtfertigen keine objektiven Gründe die Fortsetzung des befristeten Arbeitsvertrags, so ist dem Arbeitnehmer spätestens nach 24 Monaten ein unbefristeter Vertrag zu unterziehen. Gründe für die Fortsetzung eines befristeten Arbeitsvertrags können die Beschäftigung in der Projektarbeit oder die Leiharbeitnehmer sein, die festangestellte Sendekräfte im Zeiturlaub ausstellen. Deutschlands Nachbar Polen hat ein Kurzarbeitsprogramm, aber Kritiker sagen, dass es nicht effizient verwaltet wurde. Für Florian Hirsch, 37-jähriger Montagearbeiter im Volkswagen-Werk Wolfsburg, erhält die Arbeitslosenversicherung in Verbindung mit einem Firmenstipendium 90 Prozent seines Grundgehalts, er bekommt keine Überstundenmehrbezahlung mehr. Nach abschluss des neuen Tarifvertrags in Baden-Württemberg bedankte sich IG-Metall-Vorsitzender Berthold Huber in einer Presseerklärung am 19. Mai bei allen Beschäftigten, die sich an bundesweiten Warnstreiks beteiligt hatten. Er betonte, dass ihr Engagement zu dem Kompromiss beigetragen habe.

Im Februar 2012 schlossen sich die Leiharbeitsarbeitgeber zur Tarifgemeinschaft Leiharbeit (VGZ) zusammen. Das VGZ setzt sich zusammen aus dem Bundesverband der Arbeitgeberverbände für Personaldienstleistungsunternehmen und private Arbeitsagenturen (BAP) und dem Verband Deutscher Zeitarbeitsfirmen (iGZ). Am 19. Mai 2012 begrüßte der Vorsitzende von Südwestmetall, Rainer Dulger, den jüngsten Kompromiss in der Metallindustrie (siehe Pressemitteilung). Seiner Ansicht nach ließ die neue Vereinbarung den Unternehmen Raum, flexibel mit den Vorschriften über die Bindung neu qualifizierter Lehrlinge und die Beschäftigung von Leiharbeitnehmern umzugehen. Der Südwestmetall-Vorsitzende betonte zudem, dass die Lohnerhöhung von 4,3 Prozent die positive wirtschaftliche Entwicklung in der Branche widerspiegele, von der die Beschäftigten profitierten. Die Deutsche Bank schätzt, dass die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland mit 3,5 bis 5,0 Millionen ihren Höchststand erreichen wird und damit den Rekord wert von knapp 1,5 Millionen im Jahr 2009 übertreffen wird. In Bezug auf die Bedingungen der Vereinbarung hob Huber die neuen Bedingungen für Leiharbeitnehmer in metallverarbeitenden Betrieben hervor und sagte, dass der Kompromiss den Arbeitsteilungen in den Betrieben entgegengewirkt habe, während gleichzeitig die Tarifverträge der IG Metall flexible Lösungen für eine “flüchtige Wirtschaft” lieferten.